Nina Prinz

< Bremerhavenrennen mit Wunderlich Naked Bike Umbau
16.06.2011 21:05 Alter: 7 yrs

Zwischen Fischkisten

Es war spannend beim 54. Fischereihafenrennen in Bremerhaven. Wir waren dabei.


Traumhaftes Wetter, weit mehr als 20.000 gut gelaunte Zuschauer, ein um 650 Meter verlängerter , spektakulärer Parcours und ein internationales Starterfeld von über 400 Fahrern. Das sind die Zutaten für ein abwechslungsreiches und kurzweiliges Rennwochenende. Zum 54. Mal seit 1952 dröhnten die Motoren zwischen den Lagerhallen des Bremerhavener Fischereihafens.

Zwischen nicht weniger als zehn Klassen konnten die Teilnehmer wählen. Unser WRA-Team trat in den heiß umkämpften Klassen eins und zwei an. In Klasse eins, den Fishtown Super Bike Open, startete Nina Prinz mit der BMW S1000RR, für die Klasse zwei, Fishtown Twins + Triples, ging Fritz Spenner mit der neuen BMW R1200R auf die Piste.

Aber der Reihe nach: Pfingstsonntag, Trainingstag. Für die Teilnehmer ist das Training nicht etwa entspanntes Rundendrehen. Hier ging es schließlich um die Startplätze. Und wer vorne mitspielen will, muss hier seinen optimalen Startplatz „erfahren“. Nina auf der 1000er gab alles. Dennoch klappte es nicht ganz wie erhofft. Der Grund: Bremsprobleme. Die Bremsanlage der „Piranha“ zog irgendwo Luft. Auch mehrmaliges Entlüften half nicht wirklich. Schließlich wurde es so kritisch, dass die erfahrene Rennfahrerin sich auf der Fahrbahnbegrenzung die Felgen krumm fuhr. Hektik kam auf - was tun? In Windeseile baute die Boxencrew, Felix Abel, Thomas „Icke“ Schuhmann und Holger Nick, diverse Spezialteile auf die Ersatzmaschine um. Die ist ein echter Renner und geht damit zum allerersten Mal an den Start - Vollkarbon, 170 Kilo und 204 PS auf dem Hinterrad. Nina kam damit zwar auf Anhieb zurecht, hatte aber nur noch eine einzige Runde, um sich an das neue Motorrad zu gewöhnen.

Ganz sorgenfrei drehte auch Fritz seine Runden nicht. Mit dem einzigen BMW-Boxer im Starterfeld der Klasse zwei hatte er seine Probleme. Der nagelneue DOHC-Boxer ist nicht so spritzig wie sein Vorgänger. Zwar schaffte es die Boxencrew aus den 97,5 Serien-PS in kurzer Zeit 105 PS zu zaubern, gegen die rutschende Kupplung gab es aber keine echte Hilfe. So kam Fritz nicht ganz so aus den Kurven heraus, wie er wollte. Das ging natürlich auf die Zeit.

Unter den gegebenen Voraussetzungen waren wir im WRA-Team mit den eingefahrenen Startplätzen vorerst zufrieden. Das Rennen am nächsten Tag konnte losgehen. Vorher stand natürlich noch der Sonntagabend auf dem Programm. Wie in Fishtown üblich, Zeit für Fete und Feiern, zum Treffen und Palavern im Fahrerlager. Man berichtet, dass Fritz den auf der Trainingsstrecke aufgetretenen persönlichen Flüssigkeitsverlust bis um halb drei morgens gründlich ausglich. Was tut man nicht alles für das körperliche Wohlbefinden.

Pfingstmontag, Renntag, der Tag der Wahrheit. Tausenden begeisterten Zuschauern wurde eine tolle Show geboten. Erstmalig standen die „Fishtown-1/8-Mile-Sprints“ auf dem Programm, spannende Beschleunigungsrennen auf der Start-Ziel-Geraden. Schließlich wurde es ernst und die Startflagge senkte sich für die Hauptrennen. Es ist schon beeindruckend, wenn die Zweiräder mit mehr als 200 Stundenkilometern nur wenige Zentimeter an den Strohballen und nur wenige Meter an den Zuschauern vorbei preschen. Die Stimmung war entsprechend und unsere beiden Piloten schlugen sich in ihren Klassen hervorragend.

Man muss es sich mal vorstellen - Nina saß zum allerersten Mal auf dem neuen Motorrad, hatte gerade eine einzige Warm-Up-Runde, um mit dem Renngerät klar zu kommen, kannte dementsprechend auch kaum bis gar nicht die Strecke, da sie vorher noch nie in Bremerhaven angetreten war. Hinzu kommt, dass sie wegen eines Rennunfalls in den vergangenen sechs Monaten fast gar nicht fahren durfte. Und was macht sie? Landet im ersten Rennen mit 35 Startern prompt auf dem zwölften Platz und macht im zweiten Rennen nochmals drei Plätze gut. Eine tolle Leistung! Was mag im nächsten Jahr erst herauskommen, wenn die Bedingungen um Einiges besser sind.

Auch Fritz, der eigentlich mindestens einen dritten Platz anvisiert hatte, schlug sich gut. Mit dem Boxer errang er immerhin den siebten Platz im ersten Rennen, konnte aber im zweiten um zwei Plätze aufstocken. Platz fünf mit rutschender Kupplung und noch nicht optimalem Motor - stramme Leistung!

Wer nicht das Glück hatte, dass packende Renngeschehen in Fishtown persönlich zu verfolgen, kann sich in Kürze auf unserer Internetseite www.wunderlich.de die Höhepunkte unseres Einsatzes anschauen. Dort wird bald unser Film zu sehen sein.

Auch im nächsten Jahr werden wir auf jeden Fall wieder in Bremerhaven an den Start gehen. „Wenn wir so etwas machen, wollen wir auf jeden Fall auch ganz vorne mitfahren.“ verspricht Teamchef Felix Abel. Das kann spannend werden!