Nina Prinz

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19.01.2009 16:47 Alter: 10 yrs

Leutkirch - Skijöring lockt viele hinaus


Skijöring lockt viele hinaus

Leutkirch - Top Bedingungen, bestes Skijöring-Wetter, spannende Läufe und 2000 Besucher - so geht der gestrige Rennsporttag des MSC Leutkirch in Winterstetten in die Vereinsgeschichte ein. 110 Fahrer in 17 Klassen zeigten spektakulären Sport. Die Zuschauer faszinierten vor allem die Eisspeedway-Sonderläufe.

"Es ist einfach super, dass es hier in der Region noch einen Verein gibt, der sowas in die Hand nimmt", sagte Joachim Reitzel. Der ehemalige Vize-Grasbahn-Europameister sieht nicht nur in der "brutalen Beschleunigung" das Faszinierende an der heutigen Form des Skijörings: "Auch der Sound der Autos und vor allem der Seitenwagen lässt es mir eiskalt den Rücken runterlaufen."

Bis zu 120 Kilometer schnell

Skijöring heute hat nur noch wenig gemein mit dem Skijöring, das von vor 20, 30 Jahren. Wie es damals aussah, auch das wusste der MSC Leutkirch mit Albert Müller am Steuer eines Gogos und Skifahrer Hubert Weishaupt zu demonstrieren. Heute geht es um schnell gefahrene Runden, die es auch mit ausgewiefter Technik zu erreichen gilt. "Auf der Geraden erreichst du auf dieser 300-Meter-Bahn schon so 120 km/h, in den Kurven so um die 100", erzählt Georg Ried, MSCL-Fahrer und seit 30 Jahren mal mit kurzen, mal mit langen Spikes auf den Skijöring-Bahnen auf vier Rädern unterwegs. Er chauffierte auch Erik Klein von Regio TV - Euro 3, dem nach der Probefahrt für die TV-Reportage nur noch eines einfiel: "Wacklige Knie, 150 Puls!"

Den Puls der Zuschauer in die Höhe trieben auch die Sonderläufe, die hochklassig besetzt waren. Unter anderem schlüpfte der mehrfache Weltmeister Sergej Kasakov noch einmal in die Kombi und zeigte gemeinsam mit den Leutkircher Eisspeedway-Aushängeschildern Sebastian Gegenbauer und Dimitri Tschatschin und anderen Fahrern, wie die Freaks das Oval umrunden. Was das Besondere am Skijöring für die Auto-Spezialisten ist, erklärte Georg Ried: "Der Untergrund ändert sich stetig. Es ist ein ausgeklügeltes Spiel, wieviel man sich traut, ohne das Limit zu überschreiten. Irgendwie geht es aber immer rum!"

Genau das "Irgendwie" ist auch für die Zuschauer der Kick. Mit 26,65 Sekunden für die beiden Zeitrunden schaffte Erwin Kellermann in der Klasse Motorräder über 250 Kubik und mit 32 Millimeter langen Spikes die Tagesbestleistung. "Irre" fand Zuschauerin Marion Antoni aus Baindt. "Sowas ist einfach der Wahnsinn und für uns Motorsportfans aus der Region ist es eine echte Bereicherung." An der Rennstrecke fanden sich mit Gerd Riss und Nina Prinz auch Sportgrößen verwandter Bahnsportarten ein. Skijöring ist schließlich nicht nur Sport. Es ist auch der winterlicher Treffpunkt für die Szene.